Viertel


Viertel

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Vier|tel ['fɪrtl̩], das; -s, -:
1. vierter Teil von einem Ganzen:
ein Viertel der Bevölkerung; drei Viertel des Weges liegen hinter uns; es ist Viertel vor, nach eins (15 Minuten vor, nach ein Uhr); er hatte schon einige Viertel (Viertelliter Wein) getrunken; im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts.
2. Teil eines Ortes, einer Stadt; bestimmte Gegend in einer Stadt:
ein verrufenes, vornehmes Viertel; sie wohnen in einem sehr ruhigen Viertel.
Syn.: Bezirk, Siedlung, Stadtteil.
Zus.: Altstadtviertel, Arbeiterviertel, Armenviertel, Bahnhofsviertel, Bankenviertel, Geschäftsviertel, Hafenviertel, Handwerkerviertel, Regierungsviertel, Stadtviertel, Vergnügungsviertel, Villenviertel, Wohnviertel.

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vier|tel 〈[ fı̣r-] Adj.; Bruchzahl zu „vier“; 〉 den vierten Teil vom Ganzen umfassend ● ein \viertel Liter od. Viertelliter; in einer \viertel Stunde od. Viertelstunde; es ist viertel drei 〈bes. mdt.〉 (eine) Viertelstunde nach zwei Uhr, 215 bzw. 1415 Uhr; drei \viertel drei (eine) Viertelstunde vor drei Uhr, 245; das Glas ist drei \viertel voll

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vier|tel ['fɪrtl̩ ] <Bruchz.> (als Ziffer: /4):
vgl. achtel:
eine v. Million;
wir treffen uns in drei v. Stunden;
wir treffen uns um v. acht, um drei v. acht (landsch.; um Viertel nach sieben, um Viertel vor acht);
die Uhr hat v. geschlagen (hat das 1. Viertel einer Stunde angezeigt);
es hat v. zwei (landsch.; ein Viertel nach eins) geschlagen.

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I
Viertel,
 
Viert, allgemein der vierte Teil einer größeren Einheit. Als Volumeneinheit für Flüssigkeiten galt in Hamburg 1 Viertel = ¼ Eimer = 7,245 l, in der Pfalz = 4 Aichmaaß = 8,048 l (Heidelberg), in Sachsen (Dresdner Maß) = ¼ Kufe = 196,474 l. Als Volumeneinheit für Trockenstoffe war in Preußen 1 Viertel = ¼ Scheffel = 13,740 l, in Sachsen = 25,957 l, in Bayern = ½ Metzen = 18,530 l. In der deutschsprachigen Schweiz wurde das Viertel 1852 auf 15 l festgelegt. In Südwestdeutschland war das Viertel auch eine Flächeneinheit, 1 Viertel = ¼ Morgen = 815,818 m2 (Baden), in Württemberg = 787,936 m2; heute Bezeichnung für ¼ l (mitunter auch für 0,2 l) Wein.
II
Viertel
 
['fɪ-], Berthold, österreichischer Regisseur und Schriftsteller, * Wien 28. 6. 1885, ✝ ebenda 24. 9. 1953; Mitarbeiter am Wiener Kabarett »Simplicissimus« und an der Zeitschrift »Die Fackel« von K. Kraus, Dramaturg (ab 1911) und Regisseur der Wiener Volksbühne (bis 1914), wurde 1918 Regisseur in Dresden, kam 1922 nach Berlin (u. a. Deutsches Theater) und gründete dort 1923 ein eigenes Ensemble, »Die Truppe«; 1928 ging Viertel nach Hollywood. Bahnbrecher expressionistischer Dramaturgie, auch Regisseur und Autor des deutschen (1922-26), amerikanischen (1929-32) und britischen (1934-36) Films. Ab 1939 endgültig in den USA, inszenierte Viertel 1945 in New York B. Brechts »Furcht und Elend des Dritten Reiches«. Rückkehr nach Europa 1947, ab 1949 überwiegend in Wien (Akademie- und Burgtheater), 1949/50 auch in Berlin (Zusammenarbeit mit dem Berliner Ensemble). Seine Gedichte sind erfüllt von Reflexionen über die eigene Biographie (»Fürchte dich nicht«, 1941; »Der Lebenslauf«, 1946), auch sein einziger Roman, »Das Gnadenbrot« (1927), ist im Theatermilieu angesiedelt.
 
Ausgaben: Dichtungen und Dokumente, herausgegeben von E. Ginsberg (1956); Schriften zum Theater, herausgegeben von G. Heidenreich (1970); Daß ich in dieser Sprache schreibe. Gesammelte Gedichte, herausgegeben von G. Fetzer (1981); Studienausgabe, herausgegeben von K. Kaiser u. a., auf 4 Bände berechnet (1989 ff.).
 
 
B. V. Regisseur u. Dichter, hg. v. J. Mayerhöfer (Wien 1975);
 M. Brauneck: Klassiker der Schauspielregie (1988);
 I. Jansen: B. V. Leben u. künstler. Arbeit im Exil (New York 1992).

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1Vier|tel ['fɪrtl̩], das, schweiz. meist: der; -s, - [mhd. viertel, ahd. fiorteil]: 1. vgl. ↑Achtel (a): drei V. des Ganzen, der Bevölkerung; für einen V. aller weiblichen Arbeitskräfte liegt das wöchentliche Einkommen ... (NZZ 13. 10. 84, 14); das akademische V. (die Viertelstunde, um die eine akademische Veranstaltung später als angegeben beginnt); ein V. (Viertelpfund) Leberwurst; Seit dem Jahresbeginn ist das Kursniveau um gut einen V. gestiegen (NZZ 1./2. 5. 83, 16); es ist ein V. vor, nach eins (15 Minuten vor, nach ein Uhr); es ist fünf Minuten vor drei V.; er hatte schon einige V. (Viertelliter Wein) getrunken; im zweiten V. des 12. Jahrhunderts; der Mond steht im ersten V. (es ist zunehmender Mond), im letzten V. (es ist abnehmender Mond). 2. a) Stadtteil; Gegend einer Stadt: ein verrufenes V.; sie wohnen in einem ruhigen V.; das waren die angenehmsten Ecken des sonst so rauen und ungastlichen -s (Kühn, Zeit 103); b) <o. Pl.> Gesamtheit der Bewohner eines Viertels (2 a). 3. (landsch.) Quadrat (1 b).
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2Vier|tel ['fɪrtl̩], die; -, - (Musik): Viertelnote.

Universal-Lexikon. 2012.

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